Unserfrau-Altweitra. Am 12. März 2026 fand im Dorfhaus Ulrichs bei Weitra der dritte Holzstammtisch der Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Weitra statt, der gemeinsam mit der Klimawandel-Anpassungsmodellregion (KLAR!) Lainsitztal organisiert wurde.
Waldbetreuer Marcel Rauscher von der WWG Weitra gab den rund 45 interessierten Waldbesitzer:innen Einblicke in wichtige Grundlagen einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Ausgangspunkt jeder Maßnahme sei eine Analyse des bestehenden Bestandes und die Festlegung klarer waldbaulicher Ziele – etwa hinsichtlich Baumartenverteilung, Altersstruktur und Anpassung an den Klimawandel. Rauscher zeigte außerdem auf, wie durch gezielte waldbauliche Maßnahmen Kosten gesenkt und Risiken reduziert werden können. Durch gezielte Verkürzung der Umtriebszeit, Senkung der Erntekosten, Risikominimierung mithilfe von Baumartenvielfalt, Durchforstung, Stammzahlreduktion, Förderung von Zukunftsbäumen sowie Naturverjüngung können Kosten gesenkt und gleichzeitig stabile Bestände aufgebaut werden. Auch eine gute Feinerschließung mit Rückegassen sowie rechtzeitige Kulturpflege spielen dabei eine zentrale Rolle. Zudem stellte Rauscher die Waldbetreuungsangebote der WWG Weitra vor – von waldbaulicher Beratung über verschiedene forstliche Dienstleistungen bis hin zur Einsatzplanung bei der Holzernte für Waldbesitzer:innen.
Raphael Katzenschlager, Forstberater der BBK Krems und Waldbauer in Ulrichs, widmete sich im zweiten Teil des Abends der Bewirtschaftung von Laubholzbeständen. Dabei ging er auf die zunehmende Bedeutung von Laubholz im Zeichen des Klimawandels, zukünftige Entwicklungen der Baumartenanteile sowie die wirtschaftlichen Perspektiven verschiedener Baumarten ein. Angesichts zunehmender Schäden durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer gewinnen Laubbaumarten an Bedeutung. Während die Fichte künftig geringere Chancen hat, gelten insbesondere Stiel- und Traubeneiche als vielversprechende Baumarten im Waldviertel – vorausgesetzt Standort und Bewirtschaftung passen. Zudem betonte Katzenschlager, dass für die wirtschaftliche Nutzung vor allem die Erzeugung von hochwertigem Starkholz entscheidend ist. Dafür sind frühzeitige Pflegemaßnahmen wie Formschnitt, Astung, die Auswahl von Zukunftsbäumen und gezielte Durchforstung notwendig.
Zum Abschluss richtete Waldbetreuer Marcel Rauscher einen klaren Appell an die Waldbesitzer:innen: Der Waldumbau hin zu klimafitten Mischwäldern müsse jetzt dringend aktiv gestaltet werden. Es reiche nicht, auf natürliche Entwicklungen zu warten – vielmehr brauche es gezielte Maßnahmen wie das Einbringen verschiedener Baumarten und hier insbesondere mehr Laubholz. Laubholz soll nicht als reines Brennholz gesehen werden, sondern ist eine wichtige wirtschaftliche Absicherung für die Zukunft. Eine größere Baumartenvielfalt könne Risiken reduzieren und die Wälder langfristig stabiler gegenüber Klimaerwärmung, Trockenheit und Schädlingen machen.
WWG-Obmann Josef Gattringer kündigte an, dass die Holzstammtisch-Reihe im kommenden Winter fortgesetzt wird. Zusätzlich plant die WWG praktische Angebote, etwa das Ausborgen von Astsägen und Vorführungen zur richtigen Astung von Bäumen.

Am Foto v.l. GF WWG-Holz Benedikt Hrouza, WWG-Waldbetreuer Marcel Rauscher, KLAR! Managerin Verena Litschauer, Forstberater BBK Krems Raphael Katzenschlager, WWG-Kassier Gerhard Pfeiffer und WWG-Obmann Johann Gattringer freuten sich über den regen Besuch beim 3. Holzstammtisch in Ulrichs am 12.03.2026




