Forststammtisch am 6.10.2026 in St.Martin

Forstwirtschaft unter Kalamitätsdruck

Trockenheit und Borkenkäfer stellen Waldbesitzer:innen derzeit vor Herausforderungen. Beim großen Forststammtisch der KLAR! Lainsitztal und der WWG-Holz Handels GmbH am 06.10.2026 standen daher aktuelle Entwicklungen, der richtige Umgang mit Schadholz und Möglichkeiten für eine langfristig stabile Waldbewirtschaftung im Mittelpunkt.

Knapp 100 Teilnehmer:innen folgten der Einladung nach St. Martin. Benedikt Hrouza, Geschäftsführer der WWG-Holz Handels GmbH, gab einen Überblick über die aktuelle Situation und zeigte auf, worauf Waldbesitzer:innen jetzt besonders achten sollten. Gerade beim Borkenkäfer sei rasches Handeln entscheidend: Von der Entdeckung eines Befalls bis zum Ausflug der nächsten Käfergeneration bleibt nur ein begrenztes Zeitfenster. Die befallenen Bäume sollten daher möglichst rasch markiert, die betroffene Fläche abgegrenzt, Abnahme geklärt, das Holz sicher aufgearbeitet und anschließend abtransportiert werden.

Auch die Holzvermarktung und die aktuelle Marktsituation wurden thematisiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Wälder langfristig widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Hitze gemacht werden können. Für die Region wurde insbesondere auf die Bedeutung einer standortgerechten Baumartenwahl und eines vielfältigen Mischwaldes hingewiesen. Für die Höhenlagen der WWG Weitra werden neben der Tanne künftig Buche, Eiche, Ahorn und Lärche als mögliche Bestandteile einer angepassten Zielmischung gesehen. Gleichzeitig wurde betont, dass ein geregelter Wildbestand eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung eines Mischwaldes ist.

Auch praktische Fragen aus dem Kreis der Waldbesitzer:innen kamen nicht zu kurz. So wurde etwa besprochen, wie mit Ästen und Restmaterial nach einem Käferbefall umzugehen ist und welche Möglichkeiten es für die Wertastung von Laubbäumen gibt. Die WWG bietet dafür auch Forstgeräte zum kostenlosen Ausprobieren bzw. Ausborgen an, darunter eine Laubholzsäge und einen Saatstock für Eicheln.

Zum Abschluss gab Hrouza den Teilnehmer drei Fragen mit auf den Weg:

  • Wo liegt mein dringendstes Befallsrisiko?
  • Passt die Stammzahl in meinem Fichtenbestand zu meinem Pflegeziel?
  • Welche Baumart fehlt in meiner Zielmischung?

Es sind noch weitere Forststammtische im Herbst/Winter geplant.

Am Foto v.l. Albert Mörzinger, WWG-Obmann Johann Gattringer, KLAR! Managerin Verena Litschauer, GF WWG-Holz Benedikt Hrouza, Gerhard Pfeiffer und Christian Mörzinger freuten sich über den regen Besuch beim Forststammtisch am 6.10.2026 in St.Martin.