Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, dass die natürliche Wärme aus der Umgebung nutzt. Sie entzieht Energie aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser und „pumpt“ diese auf ein nutzbares Temperaturniveau für dein Zuhause.
Der große Vorteil ist die Effizienz: Aus 1 Teil Strom werden 3 bis 4 Teile Wärme, weil die Wärmepumpe die vorhandene Umweltwärme nur verschiebt und nicht selbst erzeugt. Dadurch werden keine Rohstoffe verbrannt, es entstehen keine Abgase direkt am Haus und es fällt meist weniger Wartung an als bei klassischen Heizsystemen.


Die verschiedenen Arten von Wärmepumpen
Je nach Wärmequelle kommen unterschiedliche Systeme infrage. Manche nutzen die Außenluft, andere beziehen ihre Energie aus dem Erdreich oder dem Grundwasser.
- Erdreich-Wärmepumpe:
Diese nutzt die konstante Wärme des Bodens. Dafür werden entweder horizontal verlegte Rohrleitungen (Flachkollektoren) oder vertikale Erdsonden-Bohrungen eingesetzt. Voraussetzung ist ausreichend Grundstücksfläche bzw. eine Bohrgenehmigung. - Grundwasser-Wärmepumpe:
Hier wird die Wärme direkt aus dem Grundwasser gewonnen – über einen Saug- und einen Schluckbrunnen. Dafür müssen Wasserqualität und -menge am Standort geeignet sein. - Luft-Wärmepumpe:
Diese Art nutzt die Umgebungsluft und ist besonders einfach zu installieren, weil keine Erdarbeiten nötig sind. Sie ist jedoch etwas weniger effizient und erzeugt beim Betrieb geringe Geräusche, auf die bei der Platzwahl geachtet werden sollte.
Wärmepumpe bei einer Sanierung – wann ist sie besonders sinnvoll?
Wenn ein Haus saniert wird, stehen oft Maßnahmen wie neue Fenster, Fassadendämmung oder modernisierte Heizflächen an. Genau diese Verbesserungen schaffen ideale Voraussetzungen für eine Wärmepumpe. Ein gut gedämmtes Gebäude verliert weniger Wärme, wodurch die Wärmepumpe deutlich effizienter arbeiten kann – bei angenehmem Raumklima und niedrigen Betriebskosten.
Steht ohnehin ein Heizkesseltausch an, ist der Zeitpunkt perfekt, um auf eine Wärmepumpe umzusteigen. Besonders bei älteren Häusern lohnt es sich, Dämmung und Wärmepumpe gemeinsam zu planen, damit das System optimal funktioniert. Auch Gebäude, die früher mit Öl oder Gas beheizt wurden, können nach einer Sanierung sehr gut mit einer Wärmepumpe betrieben werden.
Wärmepumpe und Heizkörper – geht das?
Auch in Häusern mit klassischen Heizkörpern ist der Einsatz einer Wärmepumpe möglich. Zwar arbeiten Wärmepumpen am effizientesten bei niedrigeren Vorlauftemperaturen (ca. 30–40 °C), wie sie eine Fußbodenheizung benötigt.
Dennoch funktionieren sie auch mit Heizkörpern, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind:
- Die Heizkörper sind ausreichend groß oder werden im Zuge der Sanierung angepasst.
- Die benötigte Vorlauftemperatur wird energetisch berechnet, nicht geschätzt.
- Moderne Geräte können heute höhere Temperaturen bereitstellen als ältere Wärmepumpen.
Hochtemperatur-Wärmepumpen – die Lösung für Bestandsgebäude
Für Häuser, die weiterhin hohe Vorlauftemperaturen brauchen – etwa wegen kleiner Heizkörper oder begrenzter Dämmmöglichkeiten – gibt es Hochtemperatur-Wärmepumpen.
Diese Systeme liefern bis zu 65–70 °C Heizwassertemperatur und sind damit eine moderne Alternative zu Öl- oder Gasheizungen, ohne das gesamte Heizsystem umbauen zu müssen.
Oft genügt es, einzelne Heizkörper zu vergrößern oder gegen effizientere Modelle auszutauschen. So lässt sich eine Wärmepumpe auch im Altbau komfortabel und wirtschaftlich betreiben.
Wärmepumpe und PV-Anlage – das optimale Duo
Eine Photovoltaikanlage (PV) und eine Wärmepumpe ergänzen sich hervorragend.
Die Wärmepumpe benötigt Strom – und wenn dieser selbst am Dach erzeugt wird, sinken die Heizkosten deutlich. Der Eigenverbrauch steigt, man ist unabhängiger von Energiepreisen und heizt noch umweltfreundlicher.
Vor allem im Frühling, Sommer und Herbst kann die PV-Anlage große Teile des Wärmepumpenbetriebs abdecken, etwa für Warmwasser oder Übergangszeiten.
Fazit – Wärmepumpe im Neubau oder bei der Sanierung
Eine Wärmepumpe ist eine zukunftssichere Heizlösung, weil sie ohne Verbrennung auskommt, wenig Wartung benötigt und sehr effizient arbeitet.
Bei einer Sanierung ist sie besonders sinnvoll, wenn:
- gleichzeitig gedämmt oder energetisch modernisiert wird
- Heizkörper angepasst oder erneuert werden
- eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt werden muss
In Kombination mit einer Photovoltaikanlage wird die Anlage noch wirtschaftlicher – die Sonnenenergie heizt direkt mit, Kosten werden reduziert und das System arbeitet nahezu vollständig erneuerbar.
Weitere Informationen zur Wärmepumpe finden Sie hier: