Das Reallabor Waldviertel lud gemeinsam mit den Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) und den Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR) im Waldviertel zu einer spannenden Veranstaltungsreihe rund um das Thema 100 % erneuerbare Energie aus dem Waldviertel ein.
Interessierte waren herzlich eingeladen, die Vorträge an ausgewählten Public-Viewing-Standorten in unserer Region oder online mitzuerleben.
Es erwarteten sie fachliche Impulse, Austausch mit Expert:innen sowie regionale Snacks in gemütlicher Atmosphäre.
3 Termine: 20. November 2025 | 22. Jänner 2026 | 26. Februar 2026
Public Viewing Points in unserer Region:
22. Jänner 2026 : Dorfhaus Ulrichs, 3970 Ulrichs 19
26. Februar 2026: Nordwaldhof Bauer, 3972 Bad Großpertholz 34
Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, hatte die Möglichkeit, die Veranstaltungen online mitzuverfolgen – einfach den QR-Code scannen oder unter Hier entsteht die Energiezukunft – Reallabor Waldviertel einsteigen.
Weitere Informationen zum Projekt Reallabor Waldviertel: Hier entsteht die Energiezukunft – Reallabor Waldviertel


Public Viewing am 20.11.2026, 18:30 Uhr – E-Speicher & bidirektionales Laden im Fokus!
Beim Public Viewing wurde diskutiert, wie Heimspeicher, mobile Speicher (E-Autos) und neue bidirektionale Ladefunktionen das regionale Energiesystem stärken können. Klar wurde: Diese Technologien sind ein entscheidender Baustein für ein flexibles, erneuerbares Waldviertel.
Sehen Sie hier die Nachschau des Impulsvortrags des Experten DI Kurt Leonhartsberger.
Public Viewing am 22.01.2026, 18:30 Uhr in Ulrichs bei Weitra – Photovoltaik-Produktion: Netzeinspeisung vs. Eigennutzung
Die zweite Veranstaltung der Reihe „100 % erneuerbare Energie aus dem Waldviertel“ war ein voller Erfolg. Am 22. Jänner 2026 kamen zahlreiche Interessierte im Dorfhaus Ulrichs zusammen, um sich beim waldviertelweiten Public Viewing über das Thema „Photovoltaik-Produktion: Netzeinspeisung versus Eigennutzung“ zu informieren und mit Energieexperte und Obmann der Technologieplattform Photovoltaik Österreich, Hubert Fechner, zu diskutieren.
Hubert Fechner gab einen Überblick über aktuelle Technologien von Strombatterien für Eigenheime und ging dabei insbesondere auf die derzeit dominierenden Lithium-Ionen-Speicher ein, die künftig zunehmend von Natrium-Ionen-Batterien abgelöst werden könnten. Zudem thematisierte er die Herausforderungen am Strommarkt, die durch die stark steigende Photovoltaik-Produktion entstehen. Als notwendige Lösungsansätze wurden sinnvoll dimensionierte und intelligent geladene Heimspeicher sowie der Einsatz von Energiemanagementsystemen (EMS) vorgestellt. Dabei wurde auch erläutert, welche Speichergröße für ein Einfamilienhaus zweckmäßig ist. Abschließend wurde das Potenzial des bidirektionalen Ladens angeschnitten, das künftig zusätzliche Flexibilität für Haushalte und das Stromsystem bieten kann. Die Teilnehmer:innen nutzten am Ende des Public Viewings die Gelegenheit, Fragen zu stellen.


Sehen Sie hier die Nachschau des Impulsvortrags des Experten Hubert Fechner:
Public Viewing am 26.02.2026, 18:30 Uhr im Gasthaus Bauer in Bad Großpertholz
„Der Strom kommt nicht immer aus der Steckdose“ – Public Viewing des Reallabors Waldviertel mit TU-Experte
Waldviertel, Februar 2026 – Woher kommt eigentlich der Strom, den wir täglich nutzen – und warum wird seine Bereitstellung immer komplexer? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Der Strom kommt nicht immer aus der Steckdose“, zu der das Reallabor 100% Erneuerbares Waldviertelzum Public Viewing einlud. Vortragender war Dipl.-Ing. Stefan Wilker vom Institut für Computertechnik, Energy&IT Group an der TU Wien, der Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Stromnetze, Energieverbrauch und die Zukunft eines flexiblen Energiesystems gab.
Gleich zu Beginn räumte Wilker mit einem verbreiteten Mythos auf: der Annahme, dass Strom jederzeit unbegrenzt verfügbar sei. Tatsächlich müsse das Stromnetz permanent im Gleichgewicht gehalten werden – Stromproduktion und Stromverbrauch müssen zu jeder Sekunde exakt übereinstimmen. „Das Stromnetz funktioniert wie eine Waage“, erklärte Wilker. Schon kleine Ungleichgewichte könnten zu Störungen führen.
Der Vortrag verdeutlichte auch die enorme Dimension der europäischen Strominfrastruktur. Insgesamt verbinden rund 11,3 Millionen Kilometer Stromleitungen Kraftwerke, Netze und Verbraucher in Europa – das entspricht etwa 282 Erdumrundungen. Über internationale Verbindungen und Übergabestationen wird Strom zwischen Ländern ausgetauscht, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig verändert sich das Energiesystem derzeit grundlegend. Der steigende Anteil erneuerbarer Energien, neue Verbrauchsformen wie Elektromobilität und Wärmepumpen sowie die zunehmende Digitalisierung erfordern ein flexibleres Stromsystem. Eine wichtige Rolle spielen dabei Speicherlösungen, die intelligente Steuerung des Verbrauchs und flexible Kraftwerke. Auch Haushalte können künftig aktiver Teil des Energiesystems werden – etwa durch Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder durch ein bewusstes Anpassen ihres Stromverbrauchs. Ein weiterer Faktor ist der Klimawandel. So steigt beispielsweise die Nutzung von Klimaanlagen stark an: Zwischen 2020 und 2024 nahm ihre Zahl in Österreich um 89 Prozent auf über 414.500 Geräte zu. Dadurch verändert sich insbesondere im Sommer die Belastung der Stromnetze.
Trotz dieser Herausforderungen betonte Wilker, dass Österreich grundsätzlich sehr gut aufgestellt sei und eine hohe Versorgungssicherheit aufweise. Entscheidend sei jedoch ein koordinierter Umgang mit Energie – sowohl technisch als auch gesellschaftlich. Intelligente Messsysteme, flexible Verbrauchsmuster und ein stärkeres Verständnis für das Energiesystem könnten dabei helfen, die Energiewende effizient zu gestalten.
Mit Veranstaltungen wie diesem Public Viewing möchte das Reallabor Waldviertel Wissen rund um Energie verständlich vermitteln und Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Energiewende einbinden.


Sehen Sie hier die Nachschau des Impulsvortrags des Experten Stefan Wilker: